Übersicht
Im Jahr 1869 übernahm die japanische Regierung die Verwaltung der Sado-Mine und förderte die Einführung westlicher Technologie durch ausländische Ingenieure. Als Takato Oshima, eine führende Persönlichkeit des japanischen Bergbaus, 1885 das Amt des Direktors übernahm, wurde die Entwicklung und Erweiterung der Mine weiter vorangetrieben. Dazu gehörten der Bau einer neuen Erzaufbereitungsanlage und die Errichtung des Hafens Oma. Als die Mine 1889 kaiserlicher Privatbesitz wurde, gründete Wataru Watanabe, der Leiter der Sado-Zweigstelle des Kaiserlichen Liegenschaftsamts, eine Bergbauschule, um Fachkräfte auszubilden. Im Jahr 1896 wurde die Mine an die Mitsubishi Goshi Kaisha (Mitsubishi-Konzern) verkauft und fortan privat betrieben. Auf staatliche Anordnung zur deutlichen Steigerung der Goldproduktion wurden ab 1930 Anlagen wie die Takato-Primärbrechanlage und die Kitazawa-Flotationsanlage gebaut. 1953 wurde zur Aufrechterhaltung des Bergbaubetriebes eine umfassende Reduzierung beschlossen, infolge derer zahlreiche Anlagen stillgelegt wurden. Der Bergbau wurde danach noch einige Zeit fortgeführt, 1989 jedoch endgültig eingestellt.
Im Bezirk Takato befanden sich der 1889 eröffnete Takato-Schacht und der 1899 in Betrieb genommene Doyu-Schacht. Der Bezirk galt als einer der Bergbaustandorte der Sado-Mine und vereinte Bergbau- und Erzaufbereitungsanlagen sowie Infrastruktureinrichtungen für die Stromversorgung. Noch heute sind Einrichtungen wie die Takato-Primärbrechanlage und die Takato-Erzlagerhalle erhalten. Im Sado-Bergwerk-Eisenbahndepot (Maschinenwerkstatt) sind Werkzeugmaschinen ausgestellt, die tatsächlich im Betrieb eingesetzt wurden.
Die Takato-Primärbrechanlage war von etwa 1937 bis 1989 in Betrieb. Dort wurde das Erz maschinell sortiert und zerkleinert. Das hier zerkleinerte Erz wurde über Förderbänder in die Erzlagerhalle transportiert.
Die Takato-Erzlagerhalle diente von 1938 bis 1989 als Zwischenlager für das Erz, das über Förderbänder aus der Primärbrechanlage transportiert wurde. Sie verfügte über eine Lagerkapazität von 2.500 Tonnen.
Der Bezirk Kitazawa ist der Bereich, in dem sich die Landschaft nach der Übernahme des Bergwerks in staatliche Verwaltung im Jahr 1869 am stärksten verändert hat. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde er als Standort der Erzaufbereitung und Verhüttung ausgewiesen, wobei mit der Einführung neuer Bergbautechnologien die Anlagen schrittweise erneuert wurden. Noch heute sind Relikte erhalten, darunter die ehemalige Kitazawa-Zyanidierungs- und Flotationsanlage aus der Zeit vom späten 19. bis frühen 20. Jahrhundert, das 1908 errichtete Generatorenhaus des Kitazawa-Wärmekraftwerks, die in den 1930er bis frühen 1940er Jahren erbaute Kitazawa-Flotationsanlage, sowie ein Eindicker mit 50 m Durchmesser. Am Eingang des Bezirks Kitazawa befindet sich zudem das Gebäude der ehemaligen Sado-Zweigstelle des Kaiserlichen Liegenschaftsamts, das heute als Aikawa-Heimatmuseum Ausstellungen zum Thema Bergwerk zeigt.
Die Kitazawa-Flotationsanlage ist eine Erzaufbereitungsanlage, die im Jahr 1937 errichtet wurde. Ihre monatliche Aufbereitungskapazität betrug 50.000 Tonnen Erz. Dank des damals modernsten Flotationsverfahrens erreichte sie die höchste jemals erreichte jährliche Goldproduktion der gesamten Sado-Mine. Derzeit sind die Aufbauten der Anlage abgetragen und lediglich die Fundamente sind noch erhalten.
Der Bezirk Oma umfasste einen bergbauspezifischen Hafen und ein Kohlekraftwerk. Der Hafen wurde zum Transport von Gold und Silber sowie zur Anlieferung von Bergbaumaterialien angelegt. Nachdem die 1887 begonnene Hafenaufschüttung aufgrund von Wellenschlägen gescheitert war, wurde Choshichi Hattori hinzugezogen. Er war der Entwickler des „Kunststeinverfahrens“, das unter anderem bei Deich- und Uferbefestigungen in der Präfektur Aichi angewendet wurde. Dabei wird ein Gemisch aus gelöschtem Kalk, Erde und Sand mit Wasser zu einem „Tataki“ geknetet und anschließend mit Steinmauerwerk kombiniert. Unter seiner Leitung begannen 1890 die Bauarbeiten, die 1892 abgeschlossen wurden. Anschließend wurden Hafenanlagen wie Kräne und ein Ladepier errichtet, und im Jahr 1940 wurde ein Kohlekraftwerk gebaut. Noch heute sind Kunststein-Uferbefestigungen und Kranfundamente erhalten, die das ursprüngliche Erscheinungsbild des Hafens bewahren.
令和7年度 文化資源活用事業費補助金(文化財多言語解説整備事業)