„Funaoka Onsen“, ein modernes öffentliches Badehaus in Kyoto

Das Funaoka Onsen ist ein historisches öffentliches Badehaus im Stadtteil Murasakino Minamifunaoka-cho im Bezirk Kita von Kyoto. Es liegt am Fuße des Berges Funaoka-yama, von dem aus man einen weiten Blick über Kyoto genießen kann. Die Umgebung ist geprägt von historischen Tempeln und Schreinen, die den besonderen Charme der Stadt widerspiegeln. Die Gründung des Badehauses geht auf das Jahr 1923 zurück, als Matsunosuke Ohno, das Oberhaupt der Familie Ohno in der ersten Generation, die ursprünglich in Kamigamo ein Gartensteingeschäft betrieben hatte, das Gasthaus „Funaokaro“ und das dazugehörige Badehaus „Funaoka Onsen“ errichtete. Später bemühte sich Goichiro Ohno, das Familienoberhaupt der zweiten Generation, darum, die Anlage in ein echtes „Onsen“ (heiße Quelle) umzuwandeln, obwohl es zu dieser Zeit in Kyoto noch keine erschlossen natürlichen heißen Quellen gab. 1933 führte er die ersten Bäder Japans mit einer elektrischen Spannung (denkiburo) ein. Um die Genehmigung für den Betrieb als „Spezielles Funaoka Onsen“ zu erhalten, reiste er wiederholt mit der Dampflokomotive Tsubame vom Bahnhof Kyoto zum damaligen Ministerium für Außenhandel und Industrie. Diese Anekdote wurde später von Yoshio Ohno, dem Familienoberhaupt der vierten Generation, überliefert. Im Jahr 1932, ein Jahr vor der Einführung der elektrischen Bäder, wurde das Badehaus in Stahlbetonbauweise umgebaut und in eine reine Badeanstalt umgewandelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1947, wurde es offiziell als öffentliches Badehaus (sento) eröffnet – eine Funktion, die es bis heute erfüllt. Das Funaoka Onsen wurde von der japanischen Regierung zum eingetragenen materiellen Kulturgut erklärt und von den Bürgern Kyotos zu einem der „Gebäude und Gärten, die Kyoto attraktiv machen“ gewählt.

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Vorstellung der Kulturgüter

Umkleideraum

Diese Einrichtung wurde ursprünglich als Badeanstalt des traditionellen japanischen Gasthofs Funaokaro errichtet. Hierbei handelt es sich um ein zweistöckiges Holzgebäude. Im Erdgeschoss befinden sich an der Vorderseite der Eingang und der bandai (Empfangsbereich im Badehaus). Der Umkleideraum liegt im hinteren Bereich. Im Obergeschoss befinden sich zwei Räume im japanischen Stil. Der Rohbau wurde im Februar 1923 fertiggestellt. Der Eingang auf der Seite der Kuramaguchi-Straße, der durch einen charakteristischen karahafu (geschwungenen Giebel) geprägt ist, wurde 1928 hinzugefügt. Dieses architektonische Merkmal ist bis heute bei den Bürgern beliebt. Die vier Wände, die den Umkleideraum umgeben, sowie die Trennwand zwischen der Männer- und der Frauenabteilung sind mit kunstvoll geschnitzten ranma (dekorativen Holzpaneelen) verziert. Die Schnitzereien an der Ostwand sollen Motive des Aoi-Matsuri-Festes und des Kamo-Kurabeuma-Pferderennens darstellen, während die Schnitzereien an der Westwand Szenen des Imamiya-Matsuri-Festes zeigen. Ein weiteres Highlight ist ein ranma mit der Darstellung der „Nikudan Sanyushi (drei heroische menschliche Bomben)“, die vom Shanghai-Zwischenfall inspiriert ist. Ebenfalls bemerkenswert sind die Majolika-Fliesen, die den Umkleideraum schmücken.

Eingang an der Kuramaguchi-Straße mit Karahafu-Giebel.

Eingang an der Kuramaguchi-Straße mit Karahafu-Giebel.

Die Kassettendecke schmücken Skulpturen von Kurama Tengu und Ushiwakamaru.

Die Kassettendecke schmücken Skulpturen von Kurama Tengu und Ushiwakamaru.

Im Ranma gibt es eine Sukashibori (Durchbrucharbeit) mit Soldaten als Motiv.

Im ranma gibt es eine sukashibori (Durchbrucharbeit) mit Soldaten als Motiv.

Badebereich

Der Badebereich des Funaoka Onsen wurde umgebaut, um die ursprüngliche Ziegelbauweise aus der Gründungszeit zu ersetzen. Der neue Badebereich ist ein eingeschossiger Stahlbetonbau, der aus einem vom Umkleideraum abgehenden Korridor sowie getrennten Badebereichen für Männer und Frauen besteht. Der hintere Teil diente zuvor als Heizraum. In dem erhöhten Lichtbereich wurden runde Fenster eingesetzt, und die Steinbalustrade der ehemaligen Kikusui-Brücke, die einst die Senbon-Kuramaguchi-Straße überspannte, fand im Design des Badehauses eine neue Verwendung. Der Innenraum ist mit dekorativen Fliesen geschmückt und sein markantes, unkonventionelles Design erfreut sich großer Beliebtheit. Zu den umfangreichen Badeeinrichtungen gehören Japans erstes staatlich genehmigtes denkiburo (elektrisches Bad), ein Jet-Bad, ein rotenburo (Außenbad) und eine Sauna.

Der Flur, der den Badebereich und den Umkleideraum verbindet, ist mit Majolika-Fliesen verziert.

Der Flur, der den Badebereich und den Umkleideraum verbindet, ist mit Majolika-Fliesen verziert.

Im Badebereich gibt es verschiedene Sorten von Badewannen, darunter ein elektrisches Bad (Denkiburo).

Im Badebereich gibt es verschiedene Sorten von Badewannen, darunter ein elektrisches Bad (denkiburo).

Die Steinalustrade auf dem Verbindungsgang gehörte zur Kikusui-Brücke, die einst an der Senbon-Kuramaguchi-Straße stand.

Die Steinbalustrade auf dem Verbindungsgang gehörte zur Kikusui-Brücke, die einst an der Senbon-Kuramaguchi-Straße stand.

Das ehemalige Funaokaro-Gebäude

Das ehemalige Funaokaro-Gebäude steht westlich des Umkleideraums und des Badebereichs. Es handelt sich um einen zweistöckigen Holzbau, der den Eingangsbereich, das Hauptgebäude und den Nordflügel umfasst. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes befindet sich ein kleiner Raum, während das Obergeschoss einen großen Saal beherbergt. Der Nordflügel verfügt ebenfalls über Tatami-Räume: eines im Erdgeschoss und zwei im Obergeschoss. Obwohl das Gebäude keine auffälligen Verzierungen aufweist, zeugt die Detailverliebtheit bei den Fußböden der Gästezimmer, den Regalen und den ranma (dekorativen Holzpaneelen) vom typischen Charme eines traditionellen japanischen Gasthauses.

Der Garten von Funaokarō, angelegt vom ersten Hausherrn, der ein großer Liebhaber von Gärten war.

Der Garten von Funaokaro, angelegt vom ersten Hausherrn, der ein großer Liebhaber von Gärten war.

An der Außenmauer wurde viel Kibuneishi-Stein verwendet.

An der Außenmauer wurde viel Kibuneishi-Stein verwendet.

Das Dach des Tores ist teilweise mit Kupfer belegt.

Das Dach des Tores ist teilweise mit Kupfer belegt.

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